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Hochwasser gehört zu den Auen wie Biber oder Eisvögel

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Naturzentrum Thurauen
Anfang Juni führte die Thur so viel Wasser wie seit elf Jahren nicht mehr und auch für die meisten Schweizer Gewässer war die Hochwassergefahr erheblich bis hoch. Was bedeutet diese Wassermenge für das Leben in den Thurauen?

Hochwasser gehört zu den Auen wie Biber oder Eisvögel

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Naturzentrum Thurauen
Anfang Juni führte die Thur so viel Wasser wie seit elf Jahren nicht mehr und auch für die meisten Schweizer Gewässer war die Hochwassergefahr erheblich bis hoch. Was bedeutet diese Wassermenge für das Leben in den Thurauen?

Hochwasser in den Thurauen

Am 1. Juni um 9.30 Uhr erreicht die Thur die höchste Abflussmenge. 956 Kubikmeter Wasser flossen pro Sekunde die Thur herunter (Messtation Andelfingen). Der Uferbereich der Thur wurde grossflächig überflutet, viele Wege standen unter Wasser. Ein Hochwasserereignis mit derart hohen Abflussmengen kann es in den Thurauen statistisch gesehen alle zehn bis dreissig Jahre geben, während solche mit weniger hohen Abflussmengen regelmässig vorkommen.

Am 1. Juni 2024 ist das ganze Gebiet überschwemmt, wie hier bei der Ellikerbrücke.

Wie geht die Natur mit Hochwasser um ?

Je nach Entfernung zum Fluss entwickeln sich unterschiedliche Lebensräume: Die Kiesbänke liegen schon bei kleineren Regenfällen unter Wasser, weshalb sich dort hauptsächlich Pionierpflanzen ansiedeln. Sie würden an weniger sonnigen Standorten nicht gedeihen können und brauchen sogar die regelmässigen Überschwemmungen, damit ihr Lebensraum nicht zuwächst.

Kiesbänke brauchen regelmässige Überschwemmungen, damit sie nicht zuwachsen.

An Standorten, die etwas weniger häufig überschwemmt werden, wachsen Pflanzen, die viel Feuchtigkeit vertragen, wie Silberweiden, Schwarzpappeln oder Grauerlen. Damit sie lange im Wasser stehen können, haben diese Bäume ein besonderes System mit Luftkammern entwickelt, das ihnen den Austausch von Sauerstoff zwischen Rinde, Holz und Wurzeln ermöglicht. Durch die Luftkammern fühlt sich das Holz schwammig oder fasrig an, weshalb diese Baumarten auch als Weichhölzer bezeichnet werden. Noch weiter entfernt vom Flusslauf treffen wir auf einen Hartholzauenwald mit Eichen, Eschen und Ulmen, der nur selten überschwemmt wird.

Silberweiden, Schwarzpappeln oder Grauerlen sind Weichhölzer, die lange im Wasser stehen können ohne Schaden zu nehmen.

Auen bilden einen natürlichen Hochwasserschutz

Eines der Ziele bei der Revitalisierung der Thur war der Hochwasserschutz. Seither fliesst bei Hochwasser das Wasser in die flachen Uferbereiche, füllt dort Altläufe der Thur und verschiedene Tümpel. Ein intakter Auenwald wirkt wie ein Schwamm: Er nimmt Wasser auf und gibt es nur langsam wieder ab. So können Schäden an Infrastruktur und Landwirtschaft reduziert werden.

Ranger:innen sorgen für die Sicherheit

Das Rangerteam in den Thurauen entscheidet bei Hochwasser in Absprache mit dem Kanton kurzfristig, welche Wege zur Sicherheit von Menschen und Tieren gesperrt werden müssen. Nach einigen Tagen wird die Lage erneut beurteilt und für verschlämmte, zu tief unter Wasser stehende Wege werden zusätzlich Umleitungen gesucht und Wege geräum

Nach dem Höchstwasserstand bleibt oft eine Menge Schwemmholz liegen und versperrt die Wege.
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