Topbar widget area empty.
DIE ERLE – EINE WOHLTÄTERIN FÜR MENSCH UND NATUR Eine Grau-Erle auf dem Erlebnispfad beim Naturzentrum Thurauen mit den verholzten Fruchtständen (Zapfen) im Vordergrund sowie den Blattknospen im Hintergrund. Full view

DIE ERLE – EINE WOHLTÄTERIN FÜR MENSCH UND NATUR

Ob als Futterspender für Vögel, als Unterschlupf für Fische oder als Uferschutz – Erlen erweisen der Natur und uns Menschen wertvolle Dienste. Als Pionierarten sind sie typische Vertreter von Weichholzauen. 

Viele Erlen wachsen bevorzugt an sumpfigen oder feuchten Orten wie Flussauen oder Moore. Weltweit sind rund 35 Erlenarten bekannt. Davon kommen drei Arten in der Schweiz vor: die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa), die Grau-Erle (Alnus incana) und die Grün-Erle (Alnus viridis). Während die Grün-Erle eher auf steinigen, felsigen Hängen in höheren Lagen vorkommt, bevorzugen die Grau- und Schwarz-Erle warme und feuchte Standorte, welche sie unter anderem im Mittelland vorfinden.

Dank ihren Wurzelknöllchen können Erlen Stickstoff aus dem Boden fixieren. Dies ermöglicht ihnen, an nährstoffarmen Standorten wie Kiesbänken am Flusslauf zu gedeihen. Als typische Pionierpflanzen sind sie schnellwüchsig, haben ein hohes Lichtbedürfnis und erreichen nur ein geringes Alter von maximal 120 Jahren. Auch in den Thurauen werden durch Hochwasser neue Kiesbänke geschaffen, welche vor allem der Schwarz-Erle, aber auch der Grau-Erle, ideale Lebensräume bieten.

Die beiden in den Thurauen anzutreffenden Arten unterscheiden sich unter anderem durch ihre Rinde. Während die Grau-Erle eine glatte Rinde besitzt, auf der sich nur selten Risse bilden, ist insbesondere bei alten Schwarz-Erlen die äusserste Schicht der Rinde sehr rau, dunkelgrau und mit deutlichen Rissen versehen. Typisch für beide Erlenarten sind ihre von den Ästen hängenden Blüten, die sogenannten Kätzchen. Im Winter kann man bereits die ab Januar blühenden Kätzchen sehen sowie auch die Zapfen der Erle. Diese Zapfen locken in der kalten Jahreszeit Erlenzeisige an, welche sich während dem Rest des Jahres in höheren Lagen aufhalten.

Erlenzeisige sind gelblichgrün gefärbte Finkenvögel, die hauptsächlich in Nadelwäldern in Höhen zwischen 1100 und 2000 m ü. M. brüten. Sie kommen zum Überwintern in tiefere Lagen, wo sie sich gerne von Erlensamen ernähren. Auch in den Thurauen können sie im Winter in Trupps in und um die Erlen beobachtet werden. Doch nicht nur die Erlenzeisige erfreuen sich an den Bäumen. Die Wurzeln der Schwarzerle werden gerne von Fischen als Versteck benutzt. Und nicht zuletzt helfen Erlen mit ihren Wurzeln den ufernahen Boden zu festigen, Hochwasser einzudämmen und dienen somit auch uns Menschen.

> Aktuell im Gebiet
> Mehr zum Erlenzeisig