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Lebensraum Flussaue

Wasser ist das Lebenselixier einer Flussaue: Es beeinflusst, verändert und formt die Uferlandschaft. Durch diese Dynamik entsteht ein feines Mosaik aus verschiedensten Lebensräumen.

Flussauen sind Uferlandschaften, die vom Wasser geprägt und gestaltet werden. Der Fluss selbst verändert mit jedem Hochwasser sein Bett und die Ufer. Er formt Kiesbänke und Inseln, spült Ufer weg und lagert den Sand andernorts wieder ab. Bei grösseren Hochwassern kann er den angrenzenden Auenwald überschwemmen und lässt den Grundwasserspiegel steigen. Wenn sich der Fluss wieder zurückzieht, bleiben kleine Tümpel und Sedimente zurück. Das bedeutet Wasser und Nahrung für die Pflanzen.

Durch diese Dynamik entstehen in einer Flussaue auf kleinstem Raum sehr unterschiedliche Lebensräume. Tümpel und Altläufe wechseln sich ab mit Trockenwiesen, Kiesbänke und Prallhänge sind mal staubtrocken, mal unter Wasser. Riedwiesen werden von Wasser und Wald umsäumt und ein dichter Bewuchs mit Kletterpflanzen gibt dem Auenwald einen dschungelartigen Charakter. Diese Kombination von nass und trocken, Feuchtigkeit und Nährstoffen ermöglicht eine enorme Vielfalt an Pflanzenarten und ist die Lebensgrundlage für zahlreiche seltene Tiere. Deshalb sind Flussauen die artenreichsten Lebensräume unserer Breitengrade und Schatzkammern für die Biodiversität.

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Durch Flussbegradigungen, Trockenlegung und Umwandlung in Landwirtschaftsland und Siedlungsflächen sind über 90% der ursprünglichen Flussauen in der Schweiz zerstört worden. Dabei sind sie auch für den Menschen von grosser Bedeutung, denn Auen schützen vor Überschwemmungen, sorgen für sauberes Trinkwasser und sind wertvolle Erholungsgebiete. Mit dem Projekt „Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung“ erhält die Thur nicht nur ihre Dynamik zurück. Es ist die bisher schweizweit einmalige Verknüpfung von Naturschutz, Hochwasserschutz und Tourismus.

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