15 Jahre Naturzentrum Thurauen: Wie alles begann

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Jubiläum, Naturzentrum Thurauen
Vor 15 Jahren öffnete das Naturzentrum Thurauen seine Türen. Wir haben Petra Zajec, die erste Leiterin des Zentrums, über die Herausforderungen und Erfolge der Anfangszeit befragt und einen spannenden Einblick erhalten.

15 Jahre Naturzentrum Thurauen: Wie alles begann

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Jubiläum, Naturzentrum Thurauen
Vor 15 Jahren öffnete das Naturzentrum Thurauen seine Türen. Wir haben Petra Zajec, die erste Leiterin des Zentrums, über die Herausforderungen und Erfolge der Anfangszeit befragt und einen spannenden Einblick erhalten.
Petra Zajec leitete das Umweltbildungzentrum NeulandWeinland der Stiftung PanEco und amtete ab 2011 erste Leiterin des Naturzentrums Thurauen.

Das Interview mit Petra Zajec führte Dagmar Püntener, Team Naturzentrum.

Vom Infopavillon zum Naturzentrum

Im Rahmen der Revitalisierung der Thur – des kantonalen Projekts «Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung» – wurde bekannt, dass der Kanton etwas für die Information der Besuchenden machen wollte. Die Stiftung PanEco führte damals bereits ein regionales Programm, das Umweltbildungszentrum NeulandWeinland, das ich leitete. 2008 bewarb sich PanEco beim Kanton darum, den Betrieb des Zentrums übernehmen zu dürfen. Wie genau dieses Informationszentrum aussehen sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch völlig offen. Ursprünglich stand seitens des Kantons die Idee eines einfachen Infopavillons im Raum, also einiger Informationstafeln mit einem Dach darüber. Das Team von PanEco hatte jedoch andere Vorstellungen.

Mit diesem Entwurf bewarb sich PanEco für den Betrieb des Naturzentrums am Rand der Thurauen.

Hilfreich war, dass die kantonale Fachstelle Naturschutz kurz zuvor eine Absichtserklärung verfasst hatte, wonach sie im Kanton Zürich Potenzial für 20 Naturzentren sieht. Eine vom Kanton in Auftrag gegebene Bedarfsanalyse zeigte die Anforderungen von Schulen und ausserschulischen Gruppen an ein Naturzentrum auf. Diese Analyse liessen wir in die Planung einfliessen und entwarfen ein umfangreiches Konzept mit einer Ausstellung und Büroräumen, wir erarbeiteten ein Exkursionsangebot und berechneten das benötigte Personal. An einer ersten Sitzung mit Vertreter:innen des Kantons Zürich zeigten wir mit einer virtuellen Führung auf, wie wir Umweltbildung verstehen und welche Vision eines Naturzentrums wir hatten. Die Kantonsvertreter:innen waren sofort begeistert. Die Zusage vom Kanton erhielt PanEco im Jahr 2009.

Meilensteine

Die Planung von Bau, Ausstellung und Betrieb lief parallel und musste in kurzer Zeit umgesetzt werden. Ein wichtiger Moment war, als feststand, mit wem wir bei der Entwicklung der Ausstellung zusammenarbeiten würden. Zuvor hatten wir einen Wettbewerb durchgeführt, um das beste Konzept zu finden.

Den Erlebnispfad konzipierten Student:innen der ZHdK.

Ein weiterer Meilenstein war die Errichtung des Gebäudes. Es handelt sich um einen Fertigholzbau, bei dem die vorgefertigten Holzelemente innerhalb von vier bis fünf Tagen mithilfe eines Krans zusammengesetzt wurden. Ein besonderes Highlight zum Schluss war das Einsetzen des Luftstegs, also der Brücke zum Erlebnispfad.

Grundsteinlegung für das Naturzentrum. Schauen Sie im Zeitraffervideo, wie es gebaut wurde!

Besonders gut in Erinnerung geblieben ist mir auch die Eröffnung. Es kamen verschiedene Vertreter:innen des Kantons, Regierungsräte und die damalige Bundesrätin Doris Leuthard. Die Eröffnung stiess auf grosses öffentliches Interesse: Am ersten Tag besuchten zwischen 1500 und 2000 Personen das Zentrum und in den folgenden eineinhalb Jahre waren die Führungen sehr gefragt.

Die Eröffnung des Naturzentrums am 21. August 2011 mit über 1500 Gästen, Vertreter:innen des Kantons sowie der damaligen Bundesrätin Doris Leuthard .

Prioritäten in der Umweltbildung

Uns war eine moderne, zeitgemässe Umweltbildung ein grosses Anliegen. Für uns war von Anfang an klar, dass eine Ausstellung interaktiv sein muss, dass es etwas zum Machen geben soll und verschiedene Sinne angesprochen werden müssen. Die Ausstellung sollte für unterschiedliche Zielgruppen funktionieren: für Naturinteressierte ebenso wie für Kinder und Laien.

Die Dauerausstellung «Kosmos Augenlandschaft» enthält zahlreiche interaktive Elemente.

Auch bei den Bildungsangeboten setzten wir von Anfang an auf verschiedene Zielgruppen und integrierten die Grundsätze der naturbezogenen Umweltbildung sowie der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das Konzept sah vor, nicht einzelne Tierarten in den Mittelpunkt zu stellen, sondern die Vielfalt einer Aue zu widerspiegeln. Natürlich war auch die Renaturierung der Thur ein Schwerpunkt.

Schulkinder lieben es, wenn Sie Wasser durch das Modell der renaturierten Thur fliessen lassen können.

Sehr spannend war die Veränderung der Perspektive in den ersten Jahren. Für die Renaturierung wurden grosse Maschinen eingesetzt und viel Erdmaterial verschoben. Für viele war deshalb nicht sofort ersichtlich, was das mit Naturschutz zu tun hat. Wir erklärten den Besuchenden, welche Überlegungen dahinterstanden und wie das Gebiet einige Jahre später aussehen sollte. Später kehrte sich das Bild: Besuchende, fanden die Region wunderschön. Wir mussten ihnen aber erklären, welche Eingriffe überhaupt vorgenommen worden waren, weil davon kaum noch etwas zu sehen war.

Die Renaturierung der Thur erforderte umfangreiche Aushubarbeiten und Aufschüttungen.
Heutiger Blick vom Beobachtungsturm bei der Ellikerbrücke auf die Sandbänke der renaturierten Thur.

Meine Spende für Auenschutz und Umweltbildung
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