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WIE NATURSCHUTZ UND PANDEMIEN ZUSAMMENHÄNGEN Eindrückliche Bilder aus der Vogelperspektive: Der Regenwald auf Sumatra wird von Palmölplantagen bedrängt. Full view

WIE NATURSCHUTZ UND PANDEMIEN ZUSAMMENHÄNGEN

Wir stecken mitten in der grössten weltweiten Krise der letzten Jahrzehnte. Die Frage kommt auf, wie die Ausbreitung des Virus hätte verhindert werden können? Effizienter Naturschutz ist eine Antwort darauf.  Unsere Betreiberin, die Stiftung PanEco, engagiert sich seit über 30 Jahren für  ganzheitlichen Regenwaldschutz in Sumatra!

Viren an sich brauchen einen Wirt, um überleben zu können, meist sind das Tiere. Rund ¾ aller Viren haben einen tierischen Ursprung und verbreiten sich zuerst nur unter Artgenossen. Da Viren aber sehr anpassungsfähig sind, kann es sein, dass sie auch im Menschen überlebensfähig werden. Die Übertragung läuft jeweils via einem Wildtier, welches mit dem Mensch in den Kontakt kam. Beim Covid-19-Virus gehen Wissenschaftler momentan davon aus, dass der Ursprung des Virus bei einer Fledermaus lag und der Mensch möglicherweise via Zwischenwirte erstmals an einem Wildtiermarkt im chinesischen Wuhan damit in Kontakt kam. Das Zusammentreffen von Mensch und Tier kann, wie im aktuellen Fall angenommen oder beim Ausbruch von Ebola in Westafrika dokumentiert, für den Menschen sehr gefährlich werden. Wildtiere, von sich aus scheu und ihrem Lebensraum angepasst, verlassen diesen nur ungern, oft aus Hunger. Ihre Suche nach Futter wird vielerorts wegen der Eingrenzung, den Verlust oder die Fragmentierung des eigenen Lebensraums auf menschliche Siedlungen ausgedehnt. Den Tieren bleibt oftmals keine andere Wahl, als sich in den angrenzenden Plantagen oder Siedlungsgebieten nach Nahrung umzusehen.

Das Verlangen des Westens nach vermeintlich billigen Rohstoffen wie Palmöl oder Futter für unsere Massentierhaltung ist der häufigste Auslöser, dass Wildtiere und Menschen in bestimmten Gebieten näher zusammenrücken müssen. Durch Abholzung, Umnutzung oder Zerstückelung von Ökosystemen, insbesondere Regenwäldern, nimmt man den Tieren ihren Lebensraum. Der Kontakt mit Menschen ist unausweichlich. Die Menschen, oftmals agierend aus Not oder einer Tradition folgend, geraten in den Konflikt mit den Tieren, nehmen sie gefangen oder nutzen sie ihrerseits als Nahrung. Und hier beginnt auch die Gefahr für die Ausbreitung von Viren.

Letztlich bedeutet das, wie die NZZ am Sonntag am 29.3 so treffend schrieb: «Was oft als reines Naturschutzproblem abgetan wird, ist in Wirklichkeit auch ein gewaltiges, globales Gesundheitsproblem. […] Die Corona-Krise zeigt auch, dass die Menschheit an einem Wendepunkt steht: Sie muss die verbliebenen Naturräume bewahren, vor allem die tropischen Wälder mit ihrer ungeheuren Artenvielfalt – auch zu ihrem eigenen Schutz. Das ist keine grüne Romantik, sondern Voraussetzung für ihr Überleben.»

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