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WENN PÜNKTLICHKEIT ZUM PROBLEM WIRD Als Langstreckenzieher ist dem Kuckuck das Zugverhalten tief verankert – dies führt bei einer sich schnell verändernden Umwelt, angetrieben durch den Klimawandel, zu Problemen. Full view

WENN PÜNKTLICHKEIT ZUM PROBLEM WIRD

Zur gleichen Zeit wie jedes Jahr sind die Langstreckenzieher in den Thurauen eingetroffen: Weissstorch, Kuckuck, Rauchschwalbe und Schwarzmilan. Ihr genetisch verankertes Zugverhalten kann ihnen in Zeiten des Klimawandels allerdings einige Probleme bereiten. 

Langstreckenzieher sind Zugvögel, deren Überwinterungsgebiet sehr weit vom Brutgebiet entfernt liegt. Sie alle brüten in der Schweiz und überwintern in Afrika südlich der Sahara. Ihr Zugverhalten wird ihnen durch den Klimawandel in vielerlei Hinsicht zum Verhängnis: Zum einen besetzten die anpassungsfähigeren Kurzstreckenzieher durch ihre verfrühte Rückkehr in Folge der wärmeren Temperaturen die besten Brutplätze und beginnen ihre Brut früher. Der Kuckuck, der seine Eier von anderen Vögeln ausbrüten lässt, kommt so ganz direkt in Bedrängnis: Da er seine Eier vergleichsweise spät in die fremden Nester legt, erkennen die Wirtsvögel das Kuckucksei eher und werfen es aus dem Nest. Der Klimawandel verschlechtert auch die Nahrungssituation der Langstreckenzieher, denn Insekten entwickeln sich durch die erhöhten Temperaturen früher. Beispielsweise können sich Schmetterlingsraupen, die Hauptnahrung des Trauerschnäppers, zum Zeitpunkt von dessen Jungenaufzucht bereits verpuppt haben.

Einige Arten, wie beispielsweise die Stare, profitieren vom Klimawandel, andere werden bedroht. Fakt ist, dass rapide fortschreitende Klimaveränderungen die über Jahrzehnte intern aufeinander abgestimmte, komplexe und vernetzte Tier- und Pflanzenwelt ins Wanken bringt und dadurch einem starken Anpassungsdruck aussetzt.

 > Unser Artikel vom Monat März: Über den Einfluss des Klimawandels auf die Kurzstreckenzieher
> Der deutsche Naturschutzbund NABU informiert über den Klimawandel und die Vogelwelt