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WEIHNACHTLICH WINTERLICHE MISTELN Die Weissbeerige Mistel lässt sich aufgrund verschiedener Wirtsarten in drei Unterarten aufteilen: Die Tannen-, die Föhren- und die Laubholzmistel. Dies ist eine Laubholzmistel, welche auf dem Erlebnispfad des Naturzentrums aufgenommen wurde. Full view

WEIHNACHTLICH WINTERLICHE MISTELN

Um die Mistel ranken sich viele Sagen und Mythen, Riten und Bräuche. Dazu gehört der Kuss unter dem Mistelzweig zur Weihnachtszeit. Und auch botanisch ist die Mistel eine faszinierende Pflanze.

Sie lebt zwischen Himmel und Erde, gedeiht ohne Verwurzelung im Boden und präsentiert ihre grünen Blätter und kugeligen Beeren, wenn die übrige Natur sich in der Winterruhe befindet. Dank diesen faszinierenden Eigenschaften ist die Mistel seit jeher Bestandteil von Sagen, Mythen und Bräuchen. Schon bei der Wintersonnenwendefeier der Germanen, jeweils am 21. Dezember des Jahres, spielte sie eine wichtige Rolle. Auch Jahrhunderte später hielt die Verehrung der Mistel noch an. Sie soll böse Geister, Feuer sowie Blitzschlageinschlag am Haus abwehren. Als Symbol des Friedens gaben sich versöhnte Feinde  in ihrem Zeichen den Friedenskuss. Integriert in christliche Bräuche dekorieren sie heute noch Türrahmen zur Weihnachtszeit. Passend zum Fest der Liebe kann jede oder jeder, der unter einem Mistelzweig steht,  geküsst werden. Man sagt auch, dass sich unter der Mistel küssende Paare im nächsten Jahr Glück haben und ein Leben lang zusammen bleiben werden.

Donnerbusch oder Hexenbesen: In den landläufigen Namen der Mistel spiegeln sich, die ihr zugesprochenen magischen Eigenschaften, wieder. Botanisch heisst die Gattung der Misteln Viscum, das bedeutet «Leim». Dieser lateinische Gattungsname beschreibt den klebrigen Schleim der Mistelbeeren, dank dem die Samen an Ästen haften können. Zur Verbreitung und Keimung ihrer Samen ist die Mistel auf Vögel angewiesen, denn der Keimling kann die Fruchtwand ohne äusserliche Hilfe nicht durchbrechen. Doch auch die Mistel ist für viele Vögel eine unentbehrliche Nahrungsquelle im Winter. Um in den Baumkronen zu gedeihen, leben die Misteln halbparasitär. Das bedeutet, sie beziehen Wasser und Nährsalze über Senkerwurzeln aus dem Leitungsgewebe des Wirtbaumes, produzieren aber selbst Kohlenhydrate durch Photosynthese  in den grünen Blättern. Trotz allem ist die Mistel eine sehr langsam wachsende Pflanze. Ihr Alter kann an den Anzahl Verzweigungen abgezählt werden. Ab dem vierten Jahr bilden sie jährlich einen neuen Gabelspross.

Auch wenn die Mistel vielleicht nicht magisch ist, ist sie auf alle Fälle eine biologisch faszinierende und für die Vögel sehr wichtige Pflanze. Durch die noch heute bestehenden Bräuche in der Weihnachtszeit – und übrigens an manchen Orten in gleiche Weise auch zur Jahreswende –  kann sie uns doch viele zauberhafte Momente bescheren.  Also warum nicht beim nächsten winterlichen Thurauen-Spaziergang unter einer Mistel stehen bleiben,  ihr Alter schätzen und den «Mistelkuss» einfordern?

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