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SCHWARZSTÖRCHE SIND AUF DEM ZUG Eine spezielle Beobachtung in den Thurauen: Ein junger Schwarzstorch rastet auf der Schöniwiese und stärkt sich an Wasserinsekten, Fischen und Amphibien. © Taina Kopp Full view

SCHWARZSTÖRCHE SIND AUF DEM ZUG

Der Vogelzug ist in vollem Gange. Auch in den Thurauen können nun wieder seltene Vogelarten auf dem Durchzug beobachtet werden. Zu ihnen gehört auch der sehr scheue Schwarzstorch.

Vogelzug findet das ganze Jahr über statt. Jedoch ist im Frühling und Herbst die Intensität des Zugs am stärksten. Diese Zeit ist ideal für spezielle Vogelbeobachtungen, denn es können nicht nur heimische Brutvögel, Sommer- oder Wintergäste gesichtet werden, sondern auch Arten, die nur auf dem Durchzug vom Sommer- ins Winterquartier sind. Die Thurauen sind ein wichtiges Rastgebiet für diese Durchzieher. Auf den Kiesbänken können momentan verschiedene, Watvögel, sogenannte Limikolen, wie der Alpenstrandläufer oder der Flussuferläufer, entdeckt werden und auch der Fischadler liess sich blicken. Ein weiterer seltener Gast konnte auf der Schöniwiese beobachtet werden: Der Schwarzstorch.

Schwarzstörche (Ciconia nigra) sind in der Schweiz regelmässige, aber spärliche Durchzügler. Als Langstreckenzieher brüten sie hauptsächlich in Osteuropa und ziehen für die Überwinterung nach Afrika südlich der Sahara. In West- und Mitteleuropa sind die Schwarzstörche aufgrund des Verlusts ihres Lebensraums grösstenteils verschwunden. Denn im Gegensatz zu seinem nahen Verwandten, dem Weissstorch (Ciconia ciconia), ist der Schwarzstorch kein Kulturfolger, sondern ein überaus scheuer Bewohner ungestörter, naturnaher Laub- und Mischwälder mit Fliessgewässern.

Schwarzstörche führen grösstenteils eine monogame Saisonehe. Aufgrund ihrer hohen Treue zum Brutplatz, welchen sie mit eindrucksvollen Revierflügen verteidigen, kommt es oft zu Wiederverpaarungen. Die Küken der Schwarzstörche sind Nesthocker. Das Daunenkleid der Küken ist noch ganz weiss. Erst die Federn ihres Jugendkleids sind mattschwarz gefärbt. Die Jungen werden nach etwa drei Monaten flügge. Nach dem Ausfliegen werden sie noch bis zu einem Monat von den Eltern betreut. Danach verlassen sie ihren Geburtsort noch vor den Altvögeln in Richtung Winterquartier − wie der in den Thurauen gesichtete Jungvogel.

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