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NÄCHTLICHES GEFLATTER Mückenfledermaus (pipistrellus pygmaeus) Full view

NÄCHTLICHES GEFLATTER

Das Naturzentrum hat neue, heimliche Untermieter –  Fledermäuse! Um welche Art es sich handelt, ist bis anhin unklar. Auf Grund von Indizien lassen sich jedoch Vermutungen zur genaueren Bestimmung der Nachtschwärmer wagen.

Einer der Fledermauskästen am Aussichtsturm beim Erlebnispfad des Naturzentrums Thurauens sowie die Gebäudefassade auf der Terrasse des Naturzentrums werden gegenwärtig von Fledermäusen besiedelt. Um welche Arten es sich handelt, können wir gegenwärtig nur spekulieren. Die Grösse des Kots lässt vermuten, dass es sich um eher kleine bis mittelgrosse Fledermäuse handeln muss. Aufgrund des gewässernahen Lebensraumes ist beim Aussichtsturm z.B. eine Besiedelung durch Wasserfledermäuse wahrscheinlich. Die höchstens fingerbreiten Spalten zwischen den Brettern der Holzfassade des Naturzentrums hingegen bieten wohl nur den kleinsten Fledermäusen wie z.B. Zwerg- oder Mückenfledermaus einen Unterschlupf.

Der vielfrässige «Vampir»
Fledermäuse sind mit 30 Vertretern die artenreichste Gruppe unserer einheimischen Säugetiere und doch sind sie der Bevölkerung in der Regel wenig bekannt. Dies ist kaum verwunderlich, da sich Fledermäuse tagsüber unauffällig in Baumhöhlen, Felsspalten, Dachstöcken oder in Ritzen und Spalten an Gebäudefassaden verstecken. In der Dämmerung und in der Nacht schwärmen sie aus und machen sich auf die Jagd nach Insekten, welche sie in der Finsternis ,dank Ultraschall selbst im Flug, präzise orten können. Der Appetit der kleinen Tiere ist dabei beinahe unersättlich, sie müssen je nach Art pro Nacht oft bis zur Hälfe ihres eigenen Körpergewichts an Nahrung zu sich nehmen. Dies entspricht etwa 2‘000 kleinen Fluginsekten!

Lebensraum der Fledermaus
Fledermäuse sind im Allgemeinen auf gut vernetzte, struktur- und insektenreiche Lebensräume angewiesen, welche in der Nacht eine geringe bis gar keine Lichtverschmutzung aufweisen. Von ihrem Tages-Ruheplatz legen sie oft mehrere hundert Meter bis einige Kilometer zu ihren Jagdgebieten zurück. Durch die zunehmende Zersiedelung und die Fragmentierung der Lebensräume fehlen den Fledermäusen heutzutage zunehmend geeignete, vegetationsreiche und unbeleuchtete Flugkorridore, welchen den Schlafplatz mit den Jagdgebieten verbinden. Intensive Landwirtschaft und Waldnutzung wie auch der Einsatz von Pestiziden verringern die Anzahl der Insekten als Nahrungsgrundlage und die Qualität der Lebensräume. Nicht zuletzt führen bauliche Massnahmen wie die Sanierung von Gebäudehüllen, die Umnutzung von Dachstöcken und Fassadenbeleuchtungen dazu, dass den Fledermäusen immer weniger Tagesverstecke zur Verfügung stehen.

Bedrohungen und was wir tun können
Als traurige Konsequenz stehen heute fast 60% der einheimischen Fledermausarten auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten, während die meisten der verbleibenden Arten als potenziell gefährdet gelten. Durch eine strukturreiche Lebensraumgestaltung im eigenen Garten und der Erhaltung und Gewährleistung von Verstecken (alte Bäume, Baumhöhlen, Fledermauskästen etc.) kann jedermann dazu beitragen, dass dieser Entwicklung Einhalt geboten wird. Die Fledermäuse werden Ihnen danken und ihren nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Regulation der Insektenbestände leisten!

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