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«NACHHALTIGES PALMÖL»: ETIKETTENSCHWINDEL MIT RSPO-LABEL «NACHHALTIGES PALMÖL»: ETIKETTENSCHWINDEL MIT RSPO-LABEL Die Schweizer Palmöl-Koalition kritisiert das RSPO-Label scharf: Bei RSPO-zertifiziertem Palmöl kann nicht von «nachhaltig» gesprochen werden. Full view

«NACHHALTIGES PALMÖL»: ETIKETTENSCHWINDEL MIT RSPO-LABEL

Was steckt hinter sogenannt nachhaltigem Palmöl?. Meistens ist damit RSPO-zertifiziertes Öl gemeint. Doch Vorsicht: In dem kürzlich veröffentlichten Faktenblatt zum RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) kritisiert die Schweizer Palmöl-Koalition – darunter auch die Stiftung PanEco – das RSPO-Label scharf. Aus ihrer Sicht handelt es sich beim RSPO um einen Etikettenschwindel. Auch nach 15-jährigem Bestehen steht der RSPO weder für eine ökologische noch für soziale Nachhaltigkeit. PanEco, die Betreiberin des Naturzentrums Thurauen, hat aus diesem Grund 2016 als erste NGO überhaupt ihre Mitgliedschaft gekündigt.

Das Naturzentrum Thurauen thematisiert in ihrer aktuellen Sonderausstellung (Wiedereröffnung am 18. März) unter anderem die Problematik der Umwandlung von Regenwald in Palmölplantagen. Durch die grosse Nachfrage von Industrienationen nach dem billigen Pflanzenfett müssen riesige Flächen Regenwald der Monokultur weichen. Der RSPO wurde vor gut 15 Jahren gegründet mit dem Ziel die Produktion von Palmöl nachhaltiger zu gestalten. Heute greifen viele Detailhändler dankbar zu RSPO-zertifiziertem Palmöl, da die Sensibilität unter den Kunden wächst. Doch die Nachhaltigkeit von RSPO lässt leider drastisch zu wünschen übrig.

Die jüngst bei der Schweizer OECD-Beschwerdestelle gegen die RSPO eingegangene Klage zweier indonesischer Gemeinden ist nur die Spitze des Eisbergs. Dies legt das von den Organisationen der Schweizer Palmöl-Koalition heute veröffentlichte Faktendossier offen. So zeigt das Dossier, dass die RSPO-Richtlinien schwach sind und die Zerstörung von Torfmooren, Sekundärwäldern oder den Einsatz von hochgiftigen Pestiziden zulassen. Zudem werden die Richtlinien nur ungenügend umgesetzt und verfehlen ihre Wirkung, da Kontrollsysteme und Sanktionsmechanismen nicht greifen.

Die Zusammenstellung der Fakten zum RSPO entkräftet den Mythos, dass es sich bei RSPO-zertifiziertem Palmöl um nachhaltig produziertes Palmöl handelt. Dies ist nicht nur für Konsumentinnen und Konsumenten von Bedeutung, die durch das Nachhaltigkeitslabel getäuscht werden, sondern auch für Privatwirtschaft, Politik und Verwaltung. So argumentierte das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco jüngst, dass Palmöl nicht vom geplanten Freihandelsabkommen mit Indonesien ausgeschlossen werden soll, da es sich um zertifiziertes und deshalb nachhaltiges Palmöl handle.

PanEco fordert zusammen mit anderen Umwelt-, Menschenrechts- und Konsumentenorganisationen der Palmöl-Koalition den Ausschluss von Palmöl aus dem Freihandelsabkommen mit Indonesien. Dies gilt auch für RSPO-zertifiziertes Palmöl. Sollte das Seco andere Zertifizierungssysteme in Erwägung ziehen, erwartet die Koalition von den Verantwortlichen sicherzustellen, dass damit auch tatsächlich ein nachhaltiger Anbau gefördert wird.

> Das veröffentlichte Faktenblatt
> PanEco-Medienmitteilung vom 23.2.18
> PanEco-Themenseite Palmöl