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INTERVIEW MIT RANGER TOBIAS RYSER: «MIT ETWAS ZEIT KANN MAN HIER UNGLAUBLICH SCHÖNE BEOBACHTUNGEN MACHEN!»

Die Sommerferienzeit hat begonnen. Das Naturzentrum Thurauen und das Auengebiet selber laden Daheimgebliebene zum Entdecken und geniessen ein. Tobias Ryser, Ranger beim Rangerdienst Thurauen, ist zusammen mit seinem Kollege und seiner Kollegin für die Information sowie Aufsicht im Auenschutzgebiet verantwortlich.

Tobias Ryser, eine Frage gleich zu Beginn, welche besondere Tier- oder Pflanzenart wartet auf die Thurauenbesucher in den nächsten Wochen?
Tobias Ryser: Derzeit sind die Eisvögel voll im Brutgeschäft. Sobald die Jungen flügge sind, können mit etwas Glück mehrere Eisvögel aufs Mal beobachtet werden. Wer den exotischen Gesang des Pirols noch hören möchte bevor er sich in Richtung Afrika verabschiedet, hat jetzt noch gute Chancen dazu. Auch sonst gibt es viel zu sehen und zu hören, insbesondere morgens und abends.

Was ist die Funktion von euch Rangern im Auengebiet?
TR: Wir sind im Auftrag der Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich zuständig für Information und Aufsicht im Auengebiet. Das Rangerteam gibt Erholungssuchenden Auskunft über das Renaturierungsprojekt, aktuelle Tier- und Pflanzenarten und kontrolliert die Einhaltung der Auenschutzverordnung. Wir verstehen uns nicht als grüne Polizisten, sondern als Bindeglied zwischen Mensch und Natur.

Wie sieht das konkret aus?
TR: Interessierten Naturfreunden zeigen wir auf unseren Rundgängen im Auenschutzgebiet gerne, wo man gerade eine besonders seltene Art oder ein spezielles Naturphänomen beobachten kann. Bei einem Verstoss gegen die Schutzverordnung suchen wir das Gespräch mit den Erholungssuchenden und leisten Aufklärungsarbeit. Bei massiven Verstössen und uneinsichtigem Verhalten schreiben wir einen Verzeigungsantrag. In der Regel sind die fehlbaren Erholungssuchenden sehr einsichtig und froh über die Information. Uns ist es wichtig, nicht mit dem erhobenen Zeigefinger zu ermahnen, sondern umsichtig auf Augenhöhe von Mensch zu Mensch zu begegnen. Als Personen mit einer offiziellen Funktion sind wir uniformiert und mit Ausweis unterwegs.

An einem schönen Sommerwochenende ist an den Badeplätzen viel los. Wenn viele Leute im Gebiet sind, hinterlässt das auch Spuren im Schutzgebiet. Ist das richtig?
TR: Leider ja. Insbesondere nach einem schönen Wochenende türmen sich die Abfallberge teilweise sehr hoch, obwohl die Besucher/innen angehalten werden, ihren Abfall wieder mitzunehmen. Selber bin ich oft in den Bergen unterwegs und betrachte es als selbstverständlich, meinen Abfall wieder mitzunehmen. Warum das hier im Flachland oft nicht funktioniert liegt wohl auch daran, dass man viele Erholungsbereiche mit dem Auto anfahren kann und dann zu faul ist, den Abfall wieder mitzunehmen. Für mich persönlich eine Charakterfrage.

Bitte verrat uns zum Schluss noch dein Rangertipp für die Sommerferien im Auenschutzgebiet?
TR: Machen Sie nach einem guten Glas Wein im Rübis&Stübis einen Abendspaziergang durch die sommerlichen Thurauen. Sobald es langsam dunkel wird, stehen die Chancen gut, Wildtiere wie Feldhase, Fuchs, Reh oder Biber zu beobachten. Nicht vergessen sollte man einen Feldstecher sowie Mückenspray. In der Regel ist es erfolgsversprechender, sich länger an einem guten Beobachtungspunkt, wie dem Aussichtsturm aufzuhalten, als den Tieren nachzurennen. Sofern der Lebensraum stimmt und man etwas Zeit investiert, kann man hier unglaublich schöne Beobachtungen machen.

 

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