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IMMER FRÜHER ZURÜCK AUS DEM WINTERQUARTIER Die ersten Vorboten des Frühlings: Stare auf der Luftbrücke des Naturzentrums. Full view

IMMER FRÜHER ZURÜCK AUS DEM WINTERQUARTIER

Die Stare pfeifen wieder von der Luftbrücke des Naturzentrums! Als eine der ersten Rückkehrer aus dem Süden kündigen sie uns den Vorfrühling an  ̶ und dies jedes Jahr etwas früher.

Am 4. Februar sind die Stare (Sturnus vulgaris) wieder beim Naturzentrum eingetroffen. Von oben auf der Luftbrücke, welche die Ausstellung mit dem Erlebnispfad verbindet, imponieren die Männchen mit ihrem vielfältigen Gesang und imitieren dabei auch gerne den Pirol. Die dort angebrachten Nistkästen wurden zunächst gründlich inspiziert und in manchen wurde nun sogar schon mit dem Nestbau begonnen.

Stare sind unter den ersten Zugvögeln, die im Vorfrühling aus dem Süden zu uns in die Schweiz zurückkehren. Schon bald wird auch der Gesang der Zilpzalpe (Phylloscopus collybita), Mönchsgrasmücken (Sylvia atricapilla) und Hausrotschwänze (Phoenicurus ochruros) wieder von Bäumen, Hecken und Hausdächern klingen. Wegen des Klimawandels verkürzen Kurzstreckenzieher wie diese immer häufiger ihre Zugrouten, kehren früher ins Brutgebiet zurück oder verlassen es im Herbst erst gar nicht. So haben wir Ende Januar auch schon einen Hausrotschwanz beim Erlebnispfad gesichtet.

Durch das Hierbleiben beziehungsweise die verführte Rückkehr können Standvögel und Kurzstreckenzieher heute bis zu drei Wochen früher mit Brüten beginnen als noch vor 40 Jahren. Vorausgesetzt, dass genügend geeigneter Lebensraum vorhanden ist und längere Fröste oder Trockenheit im Frühjahr ausbleiben, verschafft ihnen dies einen Vorteil. Nebst des allfälligen Wegfalls beziehungsweise der Verkürzung des kräftezehrenden Zuges besteht durch die verlängerte Brutsaison die Möglichkeit für Ersatzbruten, falls die erste Brut nicht erfolgreich war. Manchmal reicht die Zeit sogar für eine zusätzliche Brut.

Es kann also durchaus Gewinner des Klimawandels geben, jedoch betrifft dies nur wenige, anpassungsfähige Arten. Für die Mehrzahl der Vogelarten  ̶ darunter viele seltene und spezialisierte Arten wie der Kuckuck (Cuculus canorus), bringt der Klimawandel Nachteile und gefährdet damit die Artenvielfalt.

> Bericht inklusive Video zu den Staren
> Mehr zu den Auswirkungen der Klimaveränderungen auf die Vogelwelt der Schweiz