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HÜBSCH, ABER UNERWÜNSCHT! Die traubenförmigen Blüten der Robinie (pixabay, valtercirillo) Full view

HÜBSCH, ABER UNERWÜNSCHT!

Was schimmert so weiss durchs Kronendach? Und riecht so gut nach Bergamotte? Die Robinie blüht! Sie ist zwar eine schöne Zierpflanze, aber bei uns ist sie fern ihrer Heimat.

Jean Robin, der Hof-Botaniker des französischen Königshauses, brachte den Baum, der auch als «Falsche Akazie» bezeichnet wird, im 17. Jahrhundert nach Paris. Bald darauf zierte die Robinie schon ganz Europa, denn sie gedeiht auf fast allen Böden. Mit ihrem stickstoffhaltigen Laub düngt sie selbst karge Böden und kann so auch auf Pionierstandorten rasch wachsen. Auch ums Naturzenturm und in den Thurauen ist die Robinie verbreitet und sticht zur Blütezeit manchem Besucher ins Auge.

Eingeführt wurde die Robinie damals mit dem Schiff aus Nordamerika. Für das ausserordentlich harte Holz – dank einem eingebauten Verrottungsschutz Robinienholz sehr widerstandsfähig –  fand man in Europa allerlei Verwendungszwecke. In manchem Haus wurde Robinienparkett verlegt oder zumindest die Treppenstufen wurden damit verstärkt. Schnell wachsende Holzquelle, hübsche Blüten, wohlriechender Duft, einsetzbar im Aussenbereich: klingt doch nach einem Wunderbaum!

Leider bringt die Robinie, wie auch andere Neophyten, einige Probleme mit sich. Der heute wohl am meisten verbreitete invasive Laubbaum verdrängt nämlich besonders an Pionierstandorten einheimische Arten. Ihr schnelles Wachstum und die Anreicherung von Stickstoff im Boden geben der Robinie einen entscheidenden Vorteil gegenüber einheimischen Arten. Doch will man ihn entfernen, wehrt sich der Eindringling heftig mit seinen Dornen. Fällt man den Buam, schlagen der Stock und die Wurzeln zudem sofort wieder aus. Die Bekämpfung ist somit äusserst schwierig und mancher Gärtner wünscht sich, aus der Robinie wäre nie eine Weltreisende geworden.

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