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FÜRSORGLICHE, TROMMELNDE ELTERN Das Schwarzspecht-Männchen schaut aus der Bruthöhle (Foto: Irene Strapp). Full view

FÜRSORGLICHE, TROMMELNDE ELTERN

Der Schwarzspecht ist die grösste der sechs in den Thurauen heimischen Spechtarten. Zur Zeit befindet er sich mitten im Brutgeschäft und wir erwarten, dass der Nachwuchs in den nächsten Tagen schlüpfen wird.

Ein grosser, rabenähnlicher Vogel fliegt durch den Wald und landet am mächtigen Stamm einer alten Buche vor einem Astloch. Eine Krähe? Nein! Es ist ein Schwarzspecht, der grösste Specht der Schweiz und von ganz Europa. Schwarzspechte werden bis zu 46 cm lang und rund 350 g schwer und sind in den Thurauen noch recht häufig anzutreffen. Oftmals verrät sich der grosse Vogel durch das typische Trommeln an Bäumen, wofür Spechte allgemein bekannt sind. Hat man den scheuen Waldbewohner erst einmal entdeckt, lässt er sich gut an seinem einheitlich schwarzen Gefieder erkennen. Das Männchen trägt zudem einen leuchtend roten Scheitel, das Weibchen hingegen einen roten Nackenfleck.

Die Schwarzspechte befinden sich zurzeit mitten im Brutgeschäft, das von April bis Juli dauert. Sie bebrüten vier bis sechs weisse Eier während etwa zwei Wochen, bevor die Jungen schlüpfen. Diese werden mit proteinreichen Ameisen sowie deren Larven gefüttert. Die Eltern hacken die Nahrung mit ihrem meisselähnlichen Schnabel aus toten Baumstämmen und unter der Baumrinde hervor. Solche Frasslöcher haben oft eine längliche Form und können bis tief ins Holz vordringen.

Nach gut einem Monat werden die jungen Spechte flügge. Das bedeutet, dass sie die Nisthöhle verlassen und mit ihren Eltern in einem lockeren Familienverband durch den Wald streifen. Nach einem Jahr sind die Jungspechte geschlechtsreif und bereit, selber eine Baumhöhle vorzubereiten und eine Familie zu gründen. Die Baumhöhle jedoch, welche die Elterntiere sorgfältig für das Brutgeschäft in den Baum gemeisselt haben, wird nicht leer bleiben. Alte Spechthöhlen werden sehr gerne von anderen Tieren wie zum Beispiel Eulen, Eichhörnchen sowie von Bienen und Hummeln genutzt.