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FORSTWIRTSCHAFT IM SCHUTZGEBIET Lichte Wälder werden absichtlich angelegt und einmal jährlich durch die Forstwirtschaft gemäht. Full view

FORSTWIRTSCHAFT IM SCHUTZGEBIET

Zurzeit findet in den Thurauen auf der Südseite der Thur, im Gebiet «Farhau», der Abschluss der Holzernte statt. In diesem Zusammenhang werden immer wieder Fragen nach der Vereinbarkeit zwischen Naturschutz und Forstwirtschaft laut. 

Nach dem Beginn der Revitalisierungsarbeiten der Thur wurde im Jahr 2011 auch die Schutzverordnung des Kantons Zürich ins Leben gerufen. Zusammen mit der Schutzverordnung des Kantons Schaffhausen aus dem Jahr 2017 wird das Auenschutzgebiet Thurauen in verschiedene Schutzzonen eingeteilt: Naturschutz-, Waldschutz-, Erholungs-, und Fluss- und Uferschutzzone. In den gesamten Thurauen gilt: Die Schutzzonen sollen respektiert werden, sodass ein Miteinander von Natur, Mensch und Umwelt möglich ist. Schilder weisen im Gebiet auf die erlaubte Nutzung durch Mensch und Hund hin und informieren Besucherinnen und Besucher über Aussergewöhnliches wie zum Beispiel Unbegehbarkeiten. Zudem patrouillieren täglich Mitarbeitende des Rangerdiensts Thurauen im Gebiet und informieren Besuchende und weisen, falls nötig, auf Verstösse hin.

Der Naturschutz ist in allen Schutzzonen zentral. Die Zonen weisen wichtige Rückzugsorte für Tier- und Pflanzenarten aus und ermöglichen, dass gleichzeitig Erholungssuchende Einblicke in die Auen finden. Die durchdachte und unterschiedliche Nutzung der Auen kann man auch an der Forstwirtschaft erkennen. So wird im Naturwaldreservat etwa keine aktive Forstwirtschaft betrieben. Die Eingriffe in diesem Waldstück sind auf ein absolutes Minimum beschränkt. Der Fokus liegt auf dem Schutz der im Wald natürlich stattfindenden Prozesse. Interventionen, wie das Fällen eines Baumes, werden erst dann nötig, wenn die Sicherheit der Besuchenden nicht mehr gewährleistet ist. Das Naturwaldreservat ist jedoch nur ein kleiner Teil der Thurauen. In den restlichen Auen wird Forstwirtschaft betrieben – und dies aus gutem Grund. Eine nachhaltige Forstwirtschaft sorgt dafür, dass auentypische und seltene Arten gefördert werden. Durch die sogenannte Dauerwaldbewirtschaftung wird eine vielfältige Vegetation aufrecht erhalten und damit einen stabilen und gesunden Wald geschaffen. Dieser Wald sollte möglichst multifunktional sein, um Ansprüche wie Stabilität gegen Umwelteinflüsse, Raum für Erholungssuchende und Biodiversitätsreichtum zu decken.

Durch gezielte forstliche Eingriffe, zum Beispiel in der Waldrandpflege und in der Bewirtschaftung der Lichten Wälder, werden spezifische Tier- und Pflanzenarten gefördert. Lichte Wälder zum Beispiel begünstigen unter anderem Orchideenarten, den Gefransten Enzian sowie verschiedene Reptilien- und Insektenarten wie zum Beispiel den Schmetterling «Wald-Wiesenvögelchen». Die Zusammenarbeit zwischen der Forstwirtschaft des Kantons, dem Rangerdienst Thurauen und dem Naturzentrum Thurauen ist sehr eng. Der Leiter des Rangerdienstes ist gleichzeitig auch der Staatsförster des Reviers.

> Mehr Infos zur Schutzverordnung 
> Rangerdienst Thurauen