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FEUCHT- UND NASSWIESEN IN DEN THURAUEN Feuchtwiese in den Thurauen Full view

FEUCHT- UND NASSWIESEN IN DEN THURAUEN

Feucht- und Nasswiesen beherbergen viele Tier- und Pflanzenarten und sind deshalb von grosser Bedeutung für die Biodiversität – auch in den Thurauen. Werden die gefährdeten Feuchtwiesen nicht gepflegt, droht die Verwaldung und Verbuschung.

Feuchtwiesen findet man im Randbereich von Feuchtgebieten. In den Thurauen liegt dieser Wiesentyp oft in Senken und entlang von Altarmen. Führt die Thur Hochwasser, steht die Wiese mindestens einmal jährlich vollständig unter Wasser. In diesem Jahr, wegen dem hohen Wasserstand, sogar über mehrere Wochen.

Welche Arten der licht- und feuchteliebenden Pflanzen man an solchen Standorten findet, wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. So bestimmen der Nährstoffgehalt und das Ausmass sowie die Dauer der Vernässung massgeblich die vorherrschende Flora. Ebenfalls von grosser Bedeutung ist die Bewirtschaftungsform der Flächen. In den Thurauen werden diese nicht beweidet, sondern gemäht. Die nährstoffreichen Böden bringen dichte und hohe Pflanzenbestände hervor. Je nach Standort dominieren Süssgräser (Pfeifengraswiese oder Molinion) oder Stauden (Feuchte Hochstaudenflur oder Filipendulion) die Wiese. Vereinzelt wächst auch Weidengebüsch. Die Feuchtwiesen sind trockener als die Flachmoore, denn die Nässe ist nicht dauerhaft. Zu den typischen Pflanzenarten einer Feuchtwiese zählen der Moor-Geissbart, das Blaue Pfeifengras aber auch die Sibirische Schwertlilie, der Sumpf-Baldrian oder der Gemeine Gilbweiderich. Zudem neigen die Feuchtwiesen zu hoher Produktivität. Der Überschuss an Ressourcen wird von pflanzenfressenden Insekten genutzt. Diese Insekten wiederum bilden die Nahrungsgrundlage für gefährdete Vogelarten. So können der Kiebitz aber auch das Braunkehlchen von den Feucht- und Nasswiesen profitieren. Bedingt durch das feuchte Mikroklima, die gute Nahrungsgrundlage und Büschen, die als Versteck genützt werden können, findet man hier auch Amphibien wie den Europäischen Laubfrosch oder den Springfrosch. Mit dem Vorkommen von Amphibien wird dieser Wiesentyp auch für Reptilien interessant. So kann diese Wiese wiederum zum Jagdgebiet der Ringelnatter werden.

Wird die Wiese nicht gepflegt, entsteht neuer Auenwald. Wird sie zu intensiv bewirtschaftet oder fehlt die Dynamik von Flüssen, die sie periodisch überfluten, würde die Feuchtwiese verschwinden. Durch das Renaturierungsprojekt in den Thurauen sind optimale Bedingungen für Feuchtwiesen geschaffen worden und ihre Pflege ist längerfristig geregelt. Abschliessend lässt sich sagen: Der Erhalt von vielfältigen und kleinräumigen Lebensräumen ist von enormer Bedeutung für den Erhalt von lebendiger Biodiversität.

> Die Renaturierung der Thur
> Lebensraum Flussaue