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EINE BESONDERE BEGEGNUNG Ein junger Baummarder in den Thurauen. Bild: Hans-Caspar Ryser. Full view

EINE BESONDERE BEGEGNUNG

Ein Spaziergänger hatte letzte Woche eine besonders interessante Begegnung mit der einheimischen Fauna in den Thurauen.Durch Warnrufe der Vögel wurde er aufmerksam und wartete ab, was sich da entdecken liess. Er staunte nicht schlecht, als ihm drei junge Baummarder entgegen kamen.  

Der Baummarder (Martes martes) ist dämmerungs- und nachtaktiv. Als Allesfresser ernährt er sich gerne  von pflanzlicher Kost und jagt Vögel und Eichhörnchen in den Baumkronen. Dabei benutzt er den langen Schwanz zum Balancieren. Zudem kann er seine Pfoten bis zu 180 Grad drehen, was beim Klettern auf dichten Bäumen hilft. Sein dunkelbraunes bis fast schwarzes Fell ist neben dem gelblichen, gekeilten Kehlfleck ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum Steinmarder (Martes foina). Dieser hat ein braun-gräuliches Fell, einen weissen, gegabelten Kehlfleck und eine rosa Nase.

Beide Arten wurden früher wegen ihres Felles stark gejagt. Das Fell des Baummarders wurde lieber getragen, da es dichter und oft einfarbig ist. Darum wird er auch als Edelmarder bezeichnet. Nach der Jagd trägt heute das Schwinden von strukturreichen Wäldern dazu bei, dass der Baummarder aus vielen Gegenden verschwunden ist.

Der Marder hat in der heutigen Gesellschaft allgemein eher einen schlechten Ruf. Es sind aber nicht die Baummarder, die nachts Lärm auf Dachböden verursachen und Autos anknabbern. Sie meiden menschliche Siedlungen und verbringen die meiste Zeit in den Baumkronen, sodass man sie kaum zu Gesicht bekommt. Es war also ein grosses Glück für den Spaziergänger, dass er gleich drei jungen Baummardern am helllichten Tag begegnet ist. Wir freuen uns über die Meldung!

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