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EIN BLICK IN DEN GEWÄSSERBODEN

Wenn man Naturfreunde bittet, ihr Lieblings-Ökosystem zu zeichnen, dann darf man Kamele in der Wüste, einen in der Savanne grasenden Elefanten, im Regenwald kletternde Orang-Utans oder durch farbenprächtige Korallenriffe gleitende Meeresschildkröten erwarten. Wer sich eine im Gewässerboden aufhaltende Libellen- oder Eintagsfliegenlarve wünscht, der wird wahrscheinlich enttäuscht. Und das, obwohl Gewässerböden sehr spannende Lebensräume sind.

Gewässerböden erhalten selten die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Es sind durchaus faszinierendes Ökosysteme. Im Gewässerboden lebt das sogenannte «Makrozoobenthos». Um zu verstehen, was für Lebewesen sich hinter der komplizierten Bezeichnung verstecken, muss man die einzelnen Wortteile betrachten: Makro-Zoo-Benthos. «Makro», weil sie mit blossem Auge (makroskopisch) erkennbar sind. «Zoo» ist das altgriechische Wort für Tier und «Benthos» weist darauf hin, dass sie im Gewässerboden leben. Fazit:  Es sind mit dem blossen Auge erkennbare Gewässerbodentiere.

Zum Makrozoobenthos gehören die unterschiedlichsten Tierarten. Häufig vertreten sind Insektenlarven, Krebse, Schnecken und Käfer. Bei ihnen findet man verschiedenste Überlebensstrategien. Es gibt Weidegänger, Filtrierer, Sedimentfresser und Zerkleinerer, welche wiederum von Räubern (z.B. Libellenlarven) gejagt und gefressen werden. All diese Tiere sind optimal an ihren Lebensraum angepasst. In Fliessgewässern verhindern zum Beispiel abgeflachte Körper, Häkchen oder Saugnäpfe, dass die Tiere vom Gewässergrund weggeschwemmt werden.

Die Lebewesen des Makrozoobenthos sind nicht nur spannend, sondern als Zeigerarten auch sehr nützlich. Man muss bloss einige Steine umdrehen, vorsichtig mit einem Sieb durch den Schlamm des Gewässergrundes streifen und schon kann man anhand der gesammelten Arten Rückschlüsse auf den Zustand eines Gewässers ziehen. Es gilt: Umso naturnaher das Gewässer, desto grösser die Artenvielfalt der Makrozoobenthos. Dies macht Sinn, denn naturnahe Stellen beherbergen eine Vielfalt an Lebensräumen und Nahrungsquellen. Auch die Gewässer der Thurauen beheimaten viele dieser kleinen Lebewesen.

> Ihre Veranstaltung: Froschteich-Exkursion in den Thurauen
> Infos extern: Makrozoobenthos – kleine Bachlebewesen unter der Lupe