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DES KAISERS SCHÖNER MANTEL Der Kaisermantel erfreut sich im lichten Wald an offene Flächen. Bild: © Kars Veling Full view

DES KAISERS SCHÖNER MANTEL

Nur ein Fürst kann so wählerisch sein, um einen geeigneten Ort für seinen Nachwuchs zu finden: Das Paarungsverhalten und die Eiablage vom Kaisermantel ist sehr aufwändig und bietet ein kleines Spektakel zum Beobachten.

Bei der Paarung des Schmetterlings «Kaisermantel» verfolgt und umkreist das Männchen das Weibchen. Dabei sendet er Duftstoffe, sogenannte Pheromone, aus, die das Weibchen zur Paarung anregen. Die Paarung findet auf einer Blüte, einem Blatt oder am Boden statt. Die beiden Geschlechter vereinigen sich so fest, dass der eine Falter den Partner mitträgt. Zur Eiablage sucht das Weibchen einen Baum aus und trommelt mit den Beinen (sogenannte «Putzpfoten») auf das dichte Blätterdach des Baumes. Danach flattert sie spiralförmig und sprungweise um den Stamm. Dabei legt sie in Abständen von 1 bis 2m ein Ei in die Baumrinde ab. Im Spätsommer schlüpfen die Raupen aus den Eiern, bleiben aber in der schützenden Rinde versteckt und überwintern, ohne vorher zu fressen. Erst im März kriechen sie aus ihrem Versteck und suchen Nahrungspflanzen auf, dazu zählen Echtes Mädesüss (Filipendula ulmaria) und verschiedene Veilchenarten (Viola sp.). Die Raupen sind nachtaktiv, tagsüber suchen sie Schutz auf den Blattunterseiten. Nach der Verpuppung, schlüpft aus dem Kokon der ausgewachsene Kaisermantel in seiner fürstlichen Schönheit.

Der Kaisermantel (Argynnis paphia), gehört zur Familie der Edelfalter und hat eine Flügelspannweite von 55 bis 65mm. Die Flügeloberseiten des Männchens sind orange-braun mit dunkelbraunen Flecken. Die graugrünliche Unterseiten der hinteren Flügel weisen ein helles, geschwungenes Band auf, das dem Falter seinen zweiten Namen gibt: Silberstrich. Das Weibchen ist etwas dunkler als das Männchen.

In Europa ist diese Art weit verbreitet. Sie bevorzugt einen sonnigen, blumenreichen Lebensraum im Wald, zum Beispiel Waldränder oder lichte Wälder. Auch in den Thurauen lässt sie sich im Moment häufig beobachten.

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