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DER WEIHNACHTSOCHSE Beim Ochsen an der Krippe handelt es sich um eine Form eines domestizierten Auerochsen. Im Bild: Heckrinder – die Nachzüchtung der Auerochsen. Full view

DER WEIHNACHTSOCHSE

Der Ochs an der Krippe  ̶  für viele von uns ist er ein nicht wegzudenkender Teil der Weihnachtsgeschichte. Doch wussten Sie, dass der Ochs, genauer gesagt der Auerochse, auch ein ursprünglicher Bewohner der Auenlandschaft war?

Seit den frühsten Darstellungen der Weihnachtsgeschichte im 4. Jahrhundert und auch in vielen aktuellen Weihnachtsliedern bildet der Ochs gemeinsam mit dem Esel einen festen Bestandteil der Weihnachtskrippe. Vor 2020 Jahren soll die Geburt Jesus bekanntlich stattgefunden haben. Die Domestizierung der Rinder begann bereits etwa vor 10‘000 Jahren. Dennoch dürften die damaligen Nutztiere der Wildform noch sehr ähnlich gewesen sein. Die Wildform des Hausrinds und somit auch des Ochs an der Krippe war der Auerochse (Bos primigenius).

Der Auerochse gehörte zu den grössten Pflanzenfressern im nacheiszeitlichen Europa. Ein Auerochenbulle konnte eine Schulterhöhe von bis zu 180cm erreichen. Er ernährte sich von Gräsern, Kräutern und jungen Trieben und im Winter auch von Laub und Eicheln. Nebst der Vegetation war der Lebensraum des Auerochsen vor allem vom Wasser bestimmt. Deshalb bevorzugte er Sümpfe und Auen wie die Thurauen als Lebensraum. Als im 9. bis 11. Jahrhundert sein Lebensraum durch Rodungen und Umwandlung in Weideland kleiner wurde und der Jagddruck zunahm, schrumpfte die Population in Mitteleuropa drastisch. Seit 1627 gilt der Auerochse als ausgestorben.

Eine kleine Wiederauferstehung erlebt der Auerochse durch Rückzüchtungen. Diese «Auerochsen» (Heckrinder) werden unter anderem im Naturschutz zur Pflege von halboffenen Landschaften eingesetzt und schützen diese vor Verbuschung und Bewaldung.

> Der Lebensraum Flussaue
> Wissenswertes über den Auerochsen