Topbar widget area empty.
Biber im Kanton Zürich und den Thurauen Vom Biber gefällte Weiden mit grossen Durchmesser, wie diese hier am Thurspitz, gehen ein oder regenerieren sich rasch durch Stockausschlag. So sorgt der Nager für eine natürliche Verjüngung und Vitalität im Weidenbestand. Full view

Biber im Kanton Zürich und den Thurauen

Da liegt sie, die grosse Weide am Thurspitz. Gefällt wurde sie nicht etwa von einem Forstwart, sondern vom Ökosystemgestalter Biber. Anhand der Häufigkeit solcher und weiterer Spuren kann der Biberbestand abgeschätzt werden.

Wovon ernährt sich wohl ein reiner Pflanzenfresser wie der Biber im Winterhalbjahr, wenn die Grünnahrung knapp wird? Für die aufmerksamen Besuchenden der Thurauen liegt die Antwort auf der Hand beziehungsweise am Thurspitz nun auf dem Boden: Der Biber liebt Knospen und die zarte, dünne Rinde von Zweigen. Da er nicht klettern kann, muss er Bäume, wie die imposante Weide, fällen, um die begehrte Nahrung zu erreichen. Viele Zweige der gefällten Weide fehlen − diese wurden vom Biber zu Frassplätzen nahe am Wasser abtransportiert. Die grobe Borke des Stammes jedoch verschmäht er. Deshalb findet man noch viele Holzschnitzel um den Fällplatz.

Aufgrund der Spuren wie Fäll- und Frassplätze, aber auch Trittsiegel, Dämme oder Burgen lassen sich Biberreviere kartieren und Rückschlüsse auf die Biberpopulation ziehen. Alle drei Jahre wird so die Anzahl und Verbreitung der Biber im Kanton Zürich aufgenommen.  In der aktuellsten Biberzählung  aus dem Winter 2019/20 wird der züricherische Bestand auf 479 Tiere in 135 Revieren geschätzt. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 6.7% seit 2016/17. Diese Zunahme geht vor allem auf Neubesiedlungen von Gewässern im südlichen Teil des Kantons zurück. Die dichteste Biberpopulation liegt weiterhin in der nördlichen Hälfte des Kantons, zu der auch die Thurauen gehören. Im Thurauen-Schutzgebiet wurden im sowohl im Winter 2019/20 als auch schon im Winter 2016/17 zehn Biberreviere kartiert. Diese hohe, unveränderte Revierdichte zeigt einerseits, dass in den Thurauen sehr gute Bedingungen für den Biber herrschen, anderseits dass alle oder bestimmt die meisten für den Biber geeigneten Lebensräume in den Thurauen schon besetzt sind und es eher unwahrscheinlich ist, dass die Revierdichte in den Thurauen weiter zunehmen wird.