Topbar widget area empty.

Flora und Fauna

Flussauen sind die artenreichsten Lebensräume unserer Breitengrade. Durch Begradigungen und Umwandlung sind aber über 90% aller Auenlandschaften in der Schweiz verloren gegangen. Auf der kleinen Restfläche finden sich bis heute mehr als die Hälfte aller in der Schweiz vorkommenden Tier- und Pflanzenarten.

Als grösstes Auenschutzgebiet des Mittellandes sind die Thurauen eine besondere Schatzkammer. Möglich ist diese aussergewöhnliche Artenvielfalt nur durch die vielen unterschiedlichen Lebensräume, die durch die Dynamik eines natürlichen Flusslaufs entstehen. Dank der Renaturierung darf die Thur das Gebiet wieder verändern und macht die Thurauen so zu einer echten, lebendigen und schützenswerten Auenlandschaft.

Europäischer Biber

Zu den prominentesten Vertretern der geschützten Tierarten in den Thurauen gehören der Eisvogel, der Biber und der Flussregenpfeifer. Alle drei profitieren von den entstandenen natürlichen Flussufer. Die neuen Kiesbänke und Schlickflächen werden aber auch gerne von anderen seltenen Vogelarten wie dem Seidenreiher, dem Flussuferläufer oder dem Gänsesäger genutzt. Vor allem zu Zugzeiten lassen sie sich in den Thurauen nieder, um zu rasten und Energie für den weiteren Flug zu tanken.

Ebenfalls sehr bekannt, aber schweizweit stark gefährdet, ist der Laubfrosch. Er ist ein Vertreter der Amphibien, die gerne unterschiedliche Gewässer in Altläufen oder im Auenwald bevölkern. Zusammen mit der Gelbbauchunke sorgt der Laubfrosch im Mai und Juni für ein eindrückliches Abendkonzert in den Thurauen. Die Gewässer teilen sie sich mit weiteren Amphibien wie dem Kammmolch, aber auch zahlreichen Libellen und im Wasser lebenden Insekten wie dem Gelbrandkäfer oder dem Wasserskorpion.

Europäischer Laubfrosch

Spitzorchis

Zu einer Auenlandschaft gehören auch trockene Bereiche mit Magerwiesen und lichten Wäldern. In den Thurauen sind diese Standorte besonders wichtig für die Orchideen und Enziane. Im Frühling blühen hier rund 15 verschiedene Orchideenarten, zum Beispiel die Spitzorchis oder das Schwärzliche Knabenkraut. Der Herbst ist hingegen die Zeit der Enziane: erst im September entfalten der Deutsche und der Gefranste Enzian ihre Blütenpracht. Neben den Orchideen findet man in den trockenen Wiesen zahlreiche weitere seltene Blütenpflanzen wie die Pelzanemone oder die Kartäusernelke. Zahlreiche Artengruppen wie Schmetterlinge, Wildbienen und Heuschrecken sind auf diese Blütenpflanzen als Nahrungsquelle angewiesen.

Unsere Highlights in den Thurauen